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Dürfen wir ein Interview mit ihnen machen? – Herausforderungen und Schwierigkeiten bei der Rekrutierung von Patienten am Lebensende

Konferenzpapier/Poster - 03.12.2015

Bereiche
Schlagwörter (Tags)
Palliative Care; Qualitätsüberprüfung; qualitative Forschungsmethodik
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Zitation
Domeisen Benedetti F, Büche D, Grossenbacher-Gschwend B, Mettler M (2015). Dürfen wir ein Interview mit ihnen machen? – Herausforderungen und Schwierigkeiten bei der Rekrutierung von Patienten am Lebensende.
Projekt
Art
Konferenzpapier/Poster (Deutsch)
Name der Konferenz
Nationale Palliative Care Tage (Bern)
Titel der Konferenzberichte
Wie kommt Palliative Care an?
Veröffentlichungsdatum
03.12.2015
ISSN (Druck)
ISBN Nummer
Seiten
19
Verlag
Palliative ch (Bern)
Kurzbeschreibung/Zielsetzung

Ausgangslage:
Ziel des Projektes am Kantonsspital St.Gallen (KSSG) ist die Überprüfung der Qualität von Rundtischgesprächen bei Patienten in einer palliativen Situation. Dazu wurden von August 2014 bis Ende Mai 2015 qualitative Leitfaden-Interviews mit den Betroffenen zu ihren Erfahrungen mit den Rundtischgesprächen durchgeführt. Trotz effizientem Screening, gutem Informationsfluss und Flexibilität der Interviewenden konnten in 10 Monaten nur 9 Interviews durchgeführt werden, obwohl 15-20 Interviews angestrebt wurden. Warum ist dem so?

Population:
Patienten, bei denen ein Rundtischgespräch in palliativer Situation stattgefunden hat. Einschlusskriterien waren:
-palliative Situation
-> 18 Jahre
-stationäre Behandlung auf allen Abteilungen am Standort St.Gallen
-alle Diagnosen
-Fähigkeit über Interviewteilnahme zu entscheiden
-gute Kenntnisse der deutschen Sprache (Verständnis und Ausdruck)

Methode:
Bei Zustimmung des Patienten wurde das Interview durchgeführt, aufgezeichnet, transkribiert und mit qualitativer Inhaltsanalyse ausgewertet und zudem der Rekrutierungs-prozess analysiert.

Ergebnisse:
Bis Ende Mai 2015 haben 206 Rundtischgespräche stattgefunden, 40 Rund-tischge¬spräche haben die Einschlusskriterien erfüllt, 11 Patienten konnten angefragt und 9 Interviews (23%) durchgeführt werden. Gründe dafür:
-kein Gesprächsprotokoll vorhanden (Vorinformation für die interviewende Person)
-kein Patienten-Einverständnis fürs Interview erhalten
-Gründe, die beim Patienten liegen (z.B. sich schnell verschlechternder Zustand)
-Gründe, die beim Personal liegen (z.B. Personal rät von Interview ab, mangelnde Kennt-nisse, was ein Rundtischgespräch in einer palliativen Situation bedeutet)
Die durchgeführten Interviews zeigten, dass die Patienten im Interview gerne über ihren Le-benslauf und verschiedene Aspekte der letzten Zeit im Leben (Krankheit, Emotionen, Familie, Sterbeort) sprachen. Sie schätzen unter anderem, "offen" über ihren Zustand zu sprechen und ihr Lebens¬ende vorausschauend zu planen.

Schlussfolgerung:
Die Patientenrekrutierung stellte bei der Qualitätsüberprüfung eine Her-ausforderung dar und die Gesamtaussage bezüglich Qualität der Rundtischgespräche in der Gesamtpopulation blieb offen. Darum ist die Evaluation des Rekrutierungsprozesses sinnvoll, um für Folge-Projekte zu lernen und die Qualität der Rundtischgespräche zu verbessern.